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Learning English with StarCraftDienstag, 24.08.2010 - 08.39 uhr
Ich bin ja aufgrund meiner völlig veralteten Hardware noch nicht in den Genuss gekommen, mich mal an StarCraft II zu versuchen - allerdings sauge ich als Fan des Echtzeit-Strategie-Vorgängers sämtliche Informationen rundum das StarCraft-Universum auf. Im
UNREALITYmagazin habe ich neulich ein paar schöne Sachen gefunden.
Zunächst - um dem Titel gerecht zu werden - ein
Auszug aus einem koreanischen Englisch-Lernheft.
Desweiteren gibt's noch zwei Werbespots für die koreanische StarCraft ProLiga "OnGameNet Starleague":
Commercial 1
Commercial 2
Zu guter Letzt noch
zehn unterhaltsame StarCraft-Matches mit englischem Kommentar.
Der Tod der Tragödie ist die TragödieSonntag, 22.08.2010 - 01.54 uhr
SZ,
ZEIT,
FAZ,
Welt,
FR Super Mario Bros - FrustrationFreitag, 20.08.2010 - 06.18 uhrÜber dieses Video bin ich damals auf den
AVGN aufmerksam geworden.
Der Kommentar ist einfach großartig!
Update: Dann dürfen auch
diese Level nicht fehlen - konstruiert, so dass die Sounds einem japanischen Song entsprechen. Irre.
KORG monotronMittwoch, 30.06.2010 - 16.13 uhrMal wieder in den endlosen Weiten des Nord Modular, Virus TI oder Vsynth verirrt? Tausend Möglichkeiten und doch nichts zustande gekriegt? Oder brauchen Sie noch ein Ostergeschenk für Ihre(n) Kleine(n), obwohl Juni ist? Dann vielleicht auch erst mal ganz klein anfangen.

Abmessungen: 120 x 72 x 28 mm
Zwei AAA-Batterien eingelegt und mitgenommen. Da kann das iPhone ruhig mal weichen. Die Bausteine des Monotron sind schnell aufgezählt: Er hat einen Oszillator, welcher eine Sägezahn-Wellenform erzeugt, einen Lowpass-Filter (12db/oct) und einen LFO, der entweder den Oscillator-Pitch (Tonhöhe) oder die Filter-Cutoff-Frequenz moduliert. Wie der Name schon verrät, ist der Synth monophon – also einstimmig – und wird über einen Ribbon-Controller gespielt. Wer - wie ich – Keyboardtasten gewöhnt ist und damit nichts anfangen kann, hat Pech. Kein MIDI und kein Eingang für ne externe Steuerspannung.
Hier hat aber jemand mithilfe eines – ich nenne es mal - Palm-Stiftes und eines Sequencers (oder Samplers) einen guten Track ausschließlich mit den Sounds des Monotron gebastelt.
Der Gag ist eigentlich nur, dass alle Bauteile analog sind und der Filter aus dem
Korg MS10 stammt. Wer also schon immer (und überall) mit einem echten Analog-Synth angeben wollte, hat jetzt für 59 Euro die Gelegenheit dazu.
Testbericht bei AMAZONA.DE Kinder lieben VerbotenesFreitag, 11.06.2010 - 16.23 uhrDie Ministerpräsidenten der Länder haben am 10.Juni 2010 den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) unterzeichnet. Wenn alle Landesparlamente zustimmen, tritt er in Kraft.
Warum das Ganze nichts mit Jugendschutz zu tun hat, möchte ich hier nicht ausführen. Das hat der
AK-Zensur bereits ausführlich getan. Vorsorglich kriegt diese Website aber mal das Ab-18-Label. (lol)
There is no such thing, ...
Mittwoch, 09.06.2010 - 21.36 uhr
"There is no such thing, at this stage of the world’s history in America, as an independent press. You know it and I know it. There is not one of you who dare write your honest opinions, and if you did, you know beforehand that it would never appear in print. I am paid weekly for keeping my honest opinions out of the paper I am connected with. Others of you are paid similar salaries for similar things, and any of you who would be foolish as to write honest opinions would be out on the streets looking for another job. If I allowed my honest opinions to appear in one issue of my papers, before twenty-four hours my occupation would be gone. The business of the journalist is to destroy the truth, to lie outright, to pervert, to vilify, to fawn at the feet of mammon, and to sell his country and his race for his daily bread. You know it and I know it, and what folly is this toasting an independent press? We are the jumping jacks, they pull the strings and we dance. Our talents, our possibilities and our lives are all the property of other men. We are intellectual prostitutes."
John Swinton. Ex-chief editorial writer at The New York Times.
(Danke Markus)
FlimMontag, 24.05.2010 - 16.35 uhrDa gestern (mal wieder) die Frage aufkam, wer denn eigentlich für die Stromberg-Titelmelodie verantwortlich ist: Es handelt sich beim Interpreten um das amerikanische Jazztrio
The Bad Plus (
Offizielle Website).
Das Stück mit dem Titel
Flim wurde 2003 auf ihrem Album
These are the Vistas veröffentlicht und für den Opener der Fernsehserie leicht umarrangiert. Eine schöne Live-Version ist auch auf dem Album
Blunt Object - Live in Tokyo (2005) zu finden.

So weit, so gut. Aber
The Bad Plus gebührt nur ein kleiner Teil der Ehre. Das Trio ist nämlich bekannt für seine zahlreichen Jazz-Coverversionen aus der U-Musik. Die Spannweite reicht von Nirvana und Pink Floyd über Queen bis zu den Bee Gees. Und hier reiht sich auch
Flim ein. Der eigentliche Komponist des Titels ist kein geringerer als der Mozart des Techno
Richard D. James aka Aphex Twin. Das Original gibt es auf der
Come to Daddy EP aus dem Jahre 1997.
Mittlerweile steht das natürlich auch alles in der Wikipedia. ;) Also immer schön die Ohren offen halten.
Resident Evil: AfterlifeMittwoch, 12.05.2010 - 21.35 uhrDer vierte Teil läuft an. Diesmal in 3D. Dem Trailer nach zu urteilen, artet der Plot ins Unermessliche aus. Alle Anhänger der Game-Reihe rebellieren wahrscheinlich schon (wieder).
Videospiel-Verfilmungen sind noch ein recht junges Segment. Den ersten Realfilm dieser Art sah ich 1993:
Super Mario Bros. Ein Riesen-Flop mit inhaltlichen Fehlern und schlechten Gags. Von der Atmosphäre der Spiele blieb hier nichts erhalten. Es war eine Zumutung für alle Fans.
Ein Jahr später folgte
Street Fighter: The Movie mit Jean-Claude Van Damme als Guile. Die Story des wohl erfolgreichsten Beat'em-ups konnte hier niemand vermasseln - das Spiel hatte (quasi) keine. Es ging ausschließlich darum, seine Gegner virtuell nach Strich und Faden zu verprügeln. Der Erfolg der Serie basiert bis heute auf seiner Einfachheit: Game rein, Charakter auswählen, kloppen. Im Film sollte der Zuschauer dann lediglich seine Lieblings-Charaktere in Fleisch und Blut kämpfen sehen. Inhaltlich ist
Street Fighter: The Movie ein Meilenstein der Idiotie, was ihn jedoch nicht hinderte, zum Klassiker zu avancieren.
Es folgten weitere Versuche, mit Filmen an den Erfolg von Spielen anzuknüpfen: 1995 erschien Paul W.S. Andersons
Mortal Kombat (seinerseits auch Regisseur der Resident Evil-Reihe) und 1999
Wing Commander. Letzterer wieder ein Mega-Flop.
Derweile entwickelte sich der PC durch aufwändige 3D-Grafik-Engines zum großen Konkurrenten der Konsolen und es wurden die Cashcows
Doom und
Tomb Raider filmisch ausgeschlachtet. Während ich mit Lara Croft nie etwas am Hut hatte, konnte ich beim Doom-Film nicht widerstehen. Gering waren die Erwartungen, aber zu groß die Neugier. Was ich zu sehen bekam, waren 103 Minuten Langeweile und 5 Minuten Real-Doom. Klar, storytechnisch ist da nicht viel rauszuholen, aber dann bitte ehrliche simple Ballerei ohne den ganzen Rest, der nichts mit dem Game zu tun hat. Ein aufgezeichnetes Replay des Original-Spiels wäre unterhaltsamer gewesen.
Komplett anders erging es mir aber mit der Verfilmung
Resident Evil aus dem Jahre 2002. Von dieser Reihe hatte ich nie einen Titel gespielt - dafür aber nur Positives darüber gehört. Der Film hat mich umgehauen. Der Grund war aber weder herausragende schauspielerische Leistung, innovative Kameraarbeit oder originelle Zombie-Metzelei. Es war einzig und allein der Badass-Konzern
The Umbrella Corporation, welcher mich fasziniert hat. Es ist der Inbegriff eines modernen Global-Players, welcher die Menschen mit Medikamenten, Kosmetik und Nahrungsmitteln versorgt, wobei er in unterirdischen Labors Gentechnik und biologische Waffen erforscht. Das mag ja an sich kalter Kaffee sein, aber dieser Konzern hat Style.
Äußerlicher Style durch effizientes Design sämtlicher Umbrella-Utensilien und Gebäude (z.B. dem Untergrundlabor The Hive), innerer Style durch eine solide Unternehmensstruktur mit loyalen, eiskalt berechnenden Mitarbeitern und einer ausgeklügelten Hierarchie.



Die Umbrella Corporation ist immer einen Schritt voraus und das ist es, was mir als Zuschauer die Schuhe ausgezogen hat. Nichts ist ihnen zu pervers.
Während im ersten Teil der Hive Zentrum des Geschehens ist und man denken mag: "Nunja, da unten ist nun so ziemlich alles im Eimer und das Observations-Team ist gescheitert..." beschließt der Konzern den Laden wieder aufzumachen und an den Hauptdarstellern neue Forschungsprogramme durchzuführen. Im zweiten Teil breitet sich der Virus dann in der gesamten Stadt Raccoon City aus... - aber kein Problem: Es wird eine Mauer gezogen und das Areal in eine reale Spielwiese für die Experimente umgewandelt. Die Einwohner werden geopfert, ohne mit der Wimper zu zucken. Um sämtliche Spuren zu verwischen wird letztendlich ein nuklearer Sprengkopf gezündet. Offiziell: "Ein tragischer Reaktorunfall." Mit welcher Gefühlslosigkeit die morbiden Entscheidungen getroffen werden ist beeindruckend. (Anmerkung: Lars Gärtner, Darsteller des Herrn Becker in der Stromberg-TV-Serie, spricht in der dt. Fassung von
Resident Evil: Apocalypse den Umbrella-Mitarbeiter Major Cain. Gärtner hat mit seinem Tonfall die Gesinnung des Konzerns perfekt getroffen!)
Nun, im dritten Teil wird nochmal eins draufgesetzt. Und nochmal. Und nochmal. Ja, es wird so viel draufgesetzt, dass es nicht mehr beeindruckt, sondern langsam an Lächerlichkeit grenzt.
Wäre ich kein Fan der Filmreihe oder hätte vorher die Spiele gespielt, würde mich der Trailer sicher abschrecken. Es ist eben wieder das übliche Win-win-Modell im Marketing / Franchising: Spiel macht Werbung für Film - Film macht Werbung für's Spiel. Eher wenig künstlerischer Anspruch, dafür fett abkassieren und das (vorzugsweise junge) Publikum mit allem verblenden, was die Tricktechnik hergibt. Objektiv betrachtet also der letzte Mist.
Und subjektiv einer der Misthaufen, für den ich wirklich noch freiwillig Geld ausgebe. Ich will einfach wissen, in welche Dimensionen Paul W.S. Anderson die Macht der Umbrella Corporation gesponnen hat.
Trailer (YouTube)
Release: 10.09.2010
Nett gewählt, das Datum. Wollen die durch Entertainisierung die Revolte am Folgetag dämpfen? Vielleicht versteckt sich ja auch etwas Kriegspropaganda im neuen Streifen. Na, mal schaun!
Achso, was noch ansteht:
2010: Tekken, Rainbow Six, Splinter Cell, BioShock
2011: Castlevania
2012: Halo, Metal Gear Solid, Warcraft - Rise of Lich King
Sir? Bitte abwärts.Freitag, 07.05.2010 - 14.55 uhrDa trinkt man nachts gemütlich sein Bier und dann schon wieder sowas:
Ausverkauf an der Wall Street
G+J hat natürlich die Ursachen recherchiert:
"Auslöser seien Fernsehbilder von den Krawallen in Griechenland gewesen, sagte ein Händler an der Wall Street. [...] Da wichtige Marken gerissen wurden, wurde die Abwärtsbewegung durch von Computerprogrammen gesteuerte Verkäufe verstärkt."
Böses, böses Fernsehen. :) Viel geiler ist aber diese "Begründung" von CNBC:
"US-Medien berichten allerdings, dass auch ein Händlerfehler für den Absturz an den Börsen verantwortlich sein könnte. Dem TV-Sender "CNBC" zufolge tippte ein Trader bei einer Transaktion versehentlich "billion" statt "million" ein - also Milliarde statt Million. Daraufhin soll der massive Ausverkauf an den US-Börsen begonnen haben. Die New York Stock Exchange wies dies jeodoch zurück."
Hätte denen ja eh keiner geglaubt. Oder doch? lol
Inside Daft Punk's PyramidSonntag, 02.05.2010 - 16.26 uhr
Hidden InformationSamstag, 27.02.2010 - 23.56 uhrDas Ende von Aphex Twin's "Windowlicker" in der Spektralanalyse.

Neu im Titanic-ShopSamstag, 13.02.2010 - 22.56 uhrDepression - wenn Promis am Leistungsdruck zerbrechen. Titanic FTW.
SchwemmlandMittwoch, 10.02.2010 - 01.30 uhr
Zocken schwer gemachtFreitag, 05.02.2010 - 04.08 uhrAlso früher hab' ich gerne n' paar Mark (oder später Euro) für'n gutes - und vor allem vollständiges - Game ausgegeben. Bei 'nem
Macintosh Performa 5200 blieb' mir auch nichts anderes übrig. Da musste ein Original her - es sei denn, irgendwer flog gerade nach Singapur.
Mittlerweile sind die schönen Schachteln und der uneingeschränkte Spielspaß allerdings passé. Hierzu ein netter Erfahrungsbericht von
Fefe. Ein Zitat von ihm bzgl. Electronic Arts' Digital Rights Management muss ich da bringen:
"Ich erwarte ja nicht, dass die Industrie Wege findet, um mir einen Mehrwert beim Kaufen zu bieten. Ich würde auch kaufen, wenn ich nur die gleiche Leistung kriege wie beim illegalen Download." AVGN: Ninja GaidenFreitag, 05.02.2010 - 02.29 uhr
One of the best episodes since... i don't know... maybe TopGun. :)
Kommas können Leben rettenDonnerstag, 04.02.2010 - 21.36 uhr
Gefunden auf
Dweebist via
Twitter.
Andenken ans WochenendeSonntag, 31.01.2010 - 11.39 uhrJa, 1993 war das für mich der Brüller. =)
Beim Blockseminar "Urheber- und Leistungsschutzrecht" fiel sowas natürlich am laufenden Band...

Dear AppleFreitag, 29.01.2010 - 10.48 uhr
Developers, developers, developers...Dienstag, 26.01.2010 - 21.13 uhrOMG. Der war ja früher schon so 'ne Rakete. =) Was auch immer der nimmt - ich will's auch.

Japanese Jazz in redMontag, 25.01.2010 - 21.55 uhr
Bin vor kurzem erst auf die grandiose Jazz-Pianistin
Hiromi Uehara aufmerksam geworden. Neben dem obligatorischen Steinway- oder Yamaha-Flügel spielt sie sehr abgefahrene Soli auf den roten Schweden-Synthesizern von
Clavia. Einfach mal geschickt nach ihrer Combo "Hirmoi's SonicBloom" googeln. Man findet schöne Bootlegs mit Live-Mitschnitten aus Tokyo und vom Newport Jazz Festival 2009. Sehr empfehlenswert!
Imagine 2010 (in 1972)Montag, 25.01.2010 - 20.56 uhrDie Jahreszahlen schießen in die Höhe. Diese "2" am Anfang wirkt mit jedem neuen Jahr surrealistischer. Am Beispiel von Geoffrey Hoyles "2010: Living In the Future" wird mal wieder Vision und Wirklichkeit gegenübergestellt.

26C3 - ReportageSamstag, 16.01.2010 - 02.09 uhr
Im vergangenen Jahr ist der Berliner Chaos Computer Club (CCC) mehr denn je in das Licht der Medienöffentlichkeit gerückt. Die erwachsen gewordene Generation der Computerkids, sowie die gestandenen IT-Sicherheitsexperten haben sich On- und Offline in die politischen Debatten über Vorratsdatenspeicherung, Netzneutralität und Internetzensur eingemischt und auf Gefahren hingewiesen. Jedes Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr findet im Berliner Congress Center (bcc) der 4-tägige Kongress des Clubs statt, auf dem die neusten gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen in Fachvorträgen (Talks) diskutiert werden. Außerdem finden sich Mitglieder und Besucher in Workshops zusammen, um Hard- und Software in ihre Bestandteile zu zerlegen und neue Konzepte und Systeme zu entwickeln. In diesem Jahr wollte ich mir selber ein Bild von den Hackern machen.
Tag 1 – 27.12.2009
12.00 Uhr. Um nicht planlos und unvorbereitet auf dem
26. Chaos Communication Congress (26C3) zu erscheinen, informiere ich mich via
Twitter über die Situation im Kongressgebäude. Es summieren sich Meldungen wie „Tickets alle“ und „Kongress voll. Keiner kommt mehr rein.“ Ich schreibe mehrere Personen direkt an, um detaillierte Informationen zu erhalten und beschließe, mir die ersten Vorträge per Live-Stream anzuschauen. Da die Verbindung allerdings permanent überlastet ist, setzt der Stream regelmäßig für Minuten aus.
15.00 Uhr. Ich bekomme eine Antwort: „Die Dauertickets sind alle. Ich glaube, es gibt aber noch Tagestickets.“ Also los. Was brauche ich? Notebook, Schlafsack, Stadtplan, Zahnbürste, Aufnahmegerät für Interviews und Bargeld. Über die A2 komme ich zügig nach Berlin - verpasse aber die Ausfahrt. Es ist das erste Mal, dass ich alleine mit dem Auto in Berlin unterwegs bin. Aber da muss jeder mal durch. Alle paar Minuten heißt es also: Aussteigen. Straßennamen checken. Stadtplan checken. Wer braucht schon ein Navi? Das nächste Mal schaue ich mir die Route bei
Google Maps lieber genauer an. Im Radio läuft wie immer Deutschlandfunk. In den Nachrichten erklärt Frank Rieger, Sprecher des CCC: „Das einzige was zwischen uns und dem Überwachungsstaat steht, ist die technische Inkompetenz der Überwacher und das Bundesverfassungsgericht.“
18.30 Uhr. Auf der Website des CCC ist zu lesen, es gäbe im Umkreis von 500 Metern keine kostenlosen Parkmöglichkeiten. Ich finde direkt hinter dem Kongressgebäude einen Seitenstreifen ohne Parkuhr. Vor dem Eingang leuchten mir drei große dreidimensionale C-Blöcke entgegen. Es gibt keine Schlange. Ich bekomme sofort mein Tagesticket und bin drin.
Eingangshalle: Notebooks und Kabel wohin man sieht. Alle Stromquellen sind mehrfach mit Steckdosenverteilern erweitert. Die Tische sind voll besetzt. An den Wänden sitzen die Hacker auf dem Boden. Ich habe mein Notebook im Auto gelassen und komme mir erstmal wie ein Außenseiter vor. An den Wänden prangern Schilder wie „Can you hack Zensursulas Black Box?“ und Landkarten aus dem Jahre 1966 mit der Überschrift „Draw your dragon here.“ Eine Anspielung auf den Slogan des Kongresses „Here be dragons.“ Auf diese Weise wurden früher unerforschte Gebiete gekennzeichnet.
In der Lounge besorge ich mir ein wässriges Chili und treffe auf Stefan, der mich auf den neusten Stand bringt. Er trinkt, wie fast alle hier, Club-Mate, eine Limo mit erhöhtem Koffeingehalt. Stefan war 1991 das erste Mal auf dem Kongress und erklärt: „Damals als Kind habe ich mir keinen einzigen Talk angehört. Ich hing mit meinen Freunden nur bei den Workshops rum. Wir zeigten uns unsere Codes und freuten uns, wenn etwas funktionierte.“ Er erklärt außerdem, dass der gemeine „Nerd“ gar nicht so politisch sei und die Meinungen innerhalb der Szene sehr weit auseinander gehen können.
20.30 Uhr. Ich besuche den ersten Fachvortrag in Saal 3: „Das Recht am eigenen Bild und das Ende der Street Photography“. Axel Schmidt von der
ddp erklärt den Arbeitsablauf eines Fotojournalisten bei der Nachrichtenagentur und identifiziert die Probleme: „Zwischen meinem Druck auf den Auslöser und der Veröffentlichung liegen manchmal nur wenige Minuten. Hängt meine Kamera am Notebook kann die Agentur direkt per Vorschau sehen, was ich knipse.“ Er berichtet über Einsätze bei Demonstrationen in Peking und beim NATO-Gipfel. Axel muss darauf achten, dass die Leute nie eindeutig zu erkennen sind, sonst könne er sich zukünftig bei solchen Ereignissen nicht mehr blicken lassen. Er erhält auch hin- und wieder Drohmails von Polizisten und Demonstranten. Was seinen Beruf zunehmend erschwert ist die Nicht-Bereitschaft, sich ablichten zu lassen.
Eine Besucherin, welche sich bei den „Freiheit statt Angst“-Demonstrationen gegen Überwachung und für mehr Datenschutz engagiert ist empört über das Bilderpool-Prinzip. Sie könne ein Bild zwar zurückziehen, dennoch war es veröffentlicht. Das Internet vergisst nichts, sagt man so schön. Der Fotograf muss sich als Vertreter der Massenmedien gegen Vorwürfe wehren. Ironisch: Ein vermummter Besucher in einer schwarzen Kutte huscht regelmäßig vor meinen Füßen hin- und her. Axel Schmidt schließt den Vortrag mit nostalgischen Fotos eines DDR-Fotografen, welcher noch das wahre Leben mit aussagekräftigen Gesichtern abbilden konnte.
21.45 Uhr. Nach einer kurzen Zigarettenpause finde ich mich im gleichen Saal zum Vortrag „Wireless Power Transfer“ wieder. Davor Emard greift die alten Dokumente Nikola Teslas auf und präsentiert in einem selbst gedrehten Video das Leuchten einer Neonröhre. Kabellos. Ein junger Physiklehrer weist ihn darauf hin, dass es sich um einen alten Hut handele, die Idee nicht von Tesla stamme und solche Videos schon seit Jahren auf
YouTube kursieren. Zu seiner Verteidigung erklärt Emard, dass er nicht behaupte, eine neue Entdeckung gemacht zu haben, sondern mit dem Vortrag deutlich machen wolle, welches Potential in dem Forschungszweig läge und zu mehr Experimenten anregen wolle.
Auf dem Vorplatz des Kongressgebäudes gibt es im Anschluss allerdings ein wirkliches Highlight zu bestaunen: Eine Tesla-Spule wurde an einen Synthesizer gekoppelt und spielt unter anderem die bekannten Titelmelodien des A-Teams (
Audio-Mitschnitt) und der Ghostbusters (
Audio-Mitschnitt). Blitze Notensynchron sozusagen.
00:00 Uhr. Am Ende eines jeden Kongresstages steht eine gehörige Portion Entertainment. Ich bin zum erstem Mal im runden Hauptsaal. Er ist in rötliches Licht getaucht und erinnert etwas an eine Sternenwarte. Alexander Brock und Marcel Ackermann moderieren das „Chaos-Familien-Duell“, eine Hacker-Variante des bekannten TV-Formats mit eigens dafür programmierter Software für die Darstellung der Antworten und Punkteverteilung auf der Leinwand. „100 Hackerinnen und Haecksen haben wir gefragt…“ lautet die wiederkehrende Einleitung. Natürlich handelt es sich ausschließlich um computerspezifische Fragen: „Nenne einen RAID-Level“, „Nenne einen IRC-Clienten“, „Nenne eine geeignete Zeit zum Schlafen gehen“. Top-Antwort: „nie“. „Nenne eine Methode zum Verbinden von Materialen.“ Eine der Antworten: „Gaffa-Tape.“
02.00 Uhr. Ganz ohne Internet kann ich auch nicht. Ich hole noch eben mein Notebook aus dem Auto und schaue, was die Presse online über den Kongress berichtet. Danach höre ich mir meine Audio-Mitschnitte an. Haufenweise digitale Artefakte. Na toll. Entweder waren die Akkus aus der Technikausleihe der Hochschule schon zu schlapp oder die China-SD-Karte taugt nix mehr. Ich ziehe mich ins Auto zurück, höre noch ein wenig Deutschlandfunk und kuschele mich in den Schlafsack.
Tag 2 – 28.12.2009
9.00 Uhr. Mit kalter Nase und steifem Genick wache ich auf. Ich ziehe mich um und begebe mich erstmal in die Arkaden am Alexanderplatz. Die Spitze des Fernsehturms ragt in die tief hängenden Wolken. Ich kaufe eine neue Speicherkarte und mache es mir anschließend wieder im Kongresszentrum gemütlich. Einige Hacker schlafen noch an den „Stromtischen“. Einer hat einen „Defekt“-Aufkleber auf der Stirn. Ich schaue im Netz, was die Presse über den 26C3 schreibt. Kleine Kurzberichte, die nur Zitate von Frank Rieger aus der Eröffnungsrede beinhalten. Die übliche „schnelle“ Arbeit der Journalisten. Es wird Zeit für den ersten Vortrag.
11.30 Uhr. Das Publikum bleibt überschaubar. Frühaufsteher sind die Hacker wie erwartet nicht. Felix von Leitner, ein durch seinen Weltverschwörungs-Blog „
http://blog.fefe.de“ in der Medienöffentlichkeit bekanntes Mitglied des CCC hilft der amerikanischen Referentin bei den technischen Vorbereitungen. Er gehört zu den etwas fülligeren Zeitgenossen und scheint auf seine Linie achten zu wollen: Seine Müllermilch trägt er überall mit hin.
Der Vortrag dreht sich um den Einsatz von Wahlcomputern in Amerika und die damit einhergehende Nicht-Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse. Man nennt es auch „Black Box-Voting“, da sich kein Wähler sicher sein kann, dass seine Stimme korrekt gezählt wurde, die Maschine richtig funktioniert oder üble Zeitgenossen die Wahl gar manipulieren. Kathleen Wynn, eine kleine grauhaarige Dame, erklärt im typischen Tonfall amerikanischer Redner, dass die US-Medien nicht über die Thematik berichten und lobt die Arbeit des CCC, welcher in Deutschland durch Feldeinsätze mit Wahlhelfern die Mängel und Unsicherheit von Wahlcomputer bewiesen hat. Sie beschreibt häufige Szenarien: Touchscreens zeigen nichts mehr an, Bildschirme frieren ein und Stimmen verschieben sich von selbst. Nicht wie hierzulande sind in Amerika die Technikexperten
für die Wahlcomputer. Eine kleine Gruppe programmiert nahezu jeden Wahlcomputer. Es gibt zwar eine
Voting Assistance Comission, welche die Sicherheit und Zuverlässigkeit garantieren soll, jedoch ist kein ziviler US-Bürger berechtigt, in die Kommission einzutreten. „Wenn der CCC eine Maschine bauen würde, die ich bedienen könnte, ohne Computerexperte zu sein, könnte ich mich mit dem Gedanken anfreunden. Aber solange das nicht möglich ist, gibt es offensichtlich einen Grund für die Geheimnistuerei der Behörden. Und Geheimhaltung dient, das hat die Geschichte gezeigt, immer nur der Bereicherung von wenigen – und nicht dem Wohle aller.“
12.45 Uhr. Ich wechsele in den Saal 2. Hier bekommt jeder vier Minuten Zeit, sein Projekt oder Anliegen der Community vorzustellen. Die Vorträge sind bunt gemischt. Ingo Bressler zeigt eine Reihe von selbstgebauten Buch-Scannern und appelliert an das Publikum, Google nicht das Monopol über den digitalen Büchermarkt zu überlassen. Helga Velroyen erläutert ihre Idee, Hörgeräte zu hacken. Sie sind Kopfhörer und Mikrofon zugleich. Wenn man selber in der Lage wäre, bestimmte Frequenzen zu filtern, könnte man mit ihnen „mehr“ als normale Menschen hören, mit anderen Geräten kommunizieren, telefonieren oder vielleicht mit Fledermäusen sprechen. Der Deutschlehrer Christoph Brüning beschreibt noch, wie Computerspiele im Schulunterricht helfen können. Warum nicht die dreidimensionalen Raumstrukturen virtueller Welten im Kunstunterricht behandeln? Oder mithilfe von Wirtschaftssimulationen den Sozialwissenschafts- oder Politikunterricht auflockern? Medienkompetenz wird im Lehrplan gefordert. Christoph hält Spiele für leicht integrierbar, da sie mitten im Interessenshorizont der Schülerinnen und Schüler stehen.
15.00 Uhr. Ich habe erstmal genug vom passiven Zuhören und mische mich wieder etwas unter die Leute. Als ich die Wendeltreppe heraufsteige, um in das obere Stockwerk zu gelangen, schwebt über meinem Kopf fast lautlos ein kleiner Hubschrauber hinweg. Um genauer zu sein ist es eine Drohne. Ein unbemanntes Fluggerät, welches zur Luftbildübertragung, z.B. in Afghanistan eingesetzt wird. Auch Hobby-Piloten haben schon erfolgreich solche Mikrokopter gebaut. Ich unterhalte mich mit Holger Buss, Gründer des Mikrokopter-Projekts und Leiter des Workshops zum Drohnen-Selberbauen. Vier Propeller sind Minimum. Zwei drehen sich im- und zwei gegen den Uhrzeigersinn. Leichtere, leistungsfähigere Akkus wünscht er sich, damit er endlich länger als 45 min. fliegen könne. Ob man damit nicht wunderbar Leute ausspionieren könne, frage ich ihn. „Da könnte ich auch einen Stock mit einer Kamera vor das Fenster meines Nachbarn hängen. Das macht keinen großen Unterschied. Wer solche Absichten hat, findet immer einen Weg.“
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Für Günther Tyllack musste ich im Rahmen des Journalistik-Studiums meine Eindrücke auf 200 Zeilen a 30 Zeichen zusammenkürzen. Da bleibt für den durchschnittlichen Zeitungsleser, der "etwas weniger" in der Materie steckt, das hier übrig:
26C3 Reportage (PDF).